Ein Pferd braucht seine Hufe 18 Stunden am Tag. In dieser Zeit lastet das gesamte Körpergewicht auf den 4 Pferdebeinen. Eine wichtige Grundlage zur Gesunderhaltung unserer Pferde ist eine möglichst optimale und physiologische Hufstellung. Durch einen gesunden Huf und gutes Laufen können Erkrankungen des Bewegungsapparates verhindert werden. Sind die Hufe nicht optimal bearbeitet, kommt es zu Fehlbelastungen der Strukturen im Huf, sowie den Gelenken, Muskeln, Bänder und Sehnen. Eine gewisse Zeit schafft der Körper solche Missstände zu kompensieren, doch früher oder später treten Beschwerden auf. Das können Verspannungen sein, Wiedersetzlichkeit beim Reiten, Hufrehe, Sehnenschäden usw., die Liste würde lang werden. Sehen wir uns den Huf einmal von innen an.

Der Pferdehuf besteht aus folgenden Strukturen.

 

  1. die äußere Hornkapsel
  2. die knöchernen Anteile
  3. den Trageapparat des Hufbeins
  4. Bänder, Sehnen, Muskeln und Gefäße

1. Die äußere Hornkapsel

Die Hufwand bildet zusammen mit der Hufsohle und dem Hufstrahl die äußere Hornkapsel, den Schuh des Pferdes, welche die inneren Anteile schützt. Über den Kronrand ist der Huf mit dem Pferdebein verbunden. Dabei unterteilt man die Hufwand in Zehe, Seitenwand und Trachte. Die Trachten biegen an den Hufballen nach innen vorne ab und bilden die Eckstreben, welche den Strahl begrenzen.

Rechts und links des Strahls befinden sich die seitlichen Strahlfurchen. Im oberen drittel des Hufstrahls befindet sich die mittlere Strahlfurche. weiter nach hinten geht es über die Hufballen in die Fesselbeuge über.

Zwischen Hufstrahl und Außenwand befindet sich die Hufsohle. Sie wird durch die weiße Linie von der Hufwand getrennt.

2. die knöchernen Anteile

Im Hufinneren befindet sich das Hufbein, daran schließt sich das Kronbein und nach hinten das Strahlbein an. Über dem Kronbein liegt das Fesselbein. All diese knöchernen Anteile sind über Gelenkflächen miteinander verbunden.

3. der Trageapparat

Zwischen der Hornkapsel und dem Hufbein befinden sich die Huflederhäute.

Das Hufbein wird von den Huflederhäuten getragen, welche sich in folgende Abschnitte gliedern lassen.

  • Saumlederhaut
  • Kronlederhaut
  • Wandlederhaut
  • Strahllederhaut
  • Ballenlederhaut

Diese Lederhäute produzieren die verschiedenen Hornarten und lassen den Pferdehuf etwa 1 cm pro Monat wachsen. Die Oberfläche der Lederhäute besitzt Papillen, welche mit dem von ihr produzierten Horn verzahnt sind. Auf der Innenseite des Hufhorns befinden sich hornartige Blättchen, welche sich mit den Lederhautblättchen verbinden. Durch die große Oberfläche der Verzahnung bekommt die Verbindung der Hornkapsel zum Trageapparat eine hohe Festigkeit. Somit ist gewährleistet das das Hufbein am richtigen Platz bleibt.

4. Bänder, Sehnen, Muskeln und Gefäße

Bänder, Sehnen und Muskeln, sowie der Hufknorpel und das Hufkissen werden ebenfalls von den Lederhäuten umgeben.

Über dem Strahl liegt das Hufkissen, welches über den Hufknorpel eine Verbindung zum Hufbein hat. Zusammen mit dem Hufknorpel verleiht es dem Huf seine Flexibilität. Es hat die Funktion eines Stoßdämpfers und verteilt das Gewicht beim Auffußen des Pferdes.

Zwischen Strahlbein und Strahlkissen verläuft die tiefe Beugesehne, welche am unteren Rand des Hufbeins ansetzt. An der Vorderseite des Hufes verläuft die Zehenstrecksehne zwischen Kronlederhaut und Kronbein um an der oberen vorderen Seite des Hufbeins anzusetzen. Die beiden Sehnen ziehen bei entsprechender Muskelaktivität am Hufbein und ermöglichen so dem Pferd das Laufen.

Der gesamte Huf wird von einem Geflecht aus Arterien und Venen durchzogen um die Versorgung der einzelnen Bestandteile zu gewährleisten.